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Ratgeber Überwinterung

Wohnmobil professionell winterfest machen

Frost, Feuchtigkeit und lange Standzeiten belasten Wasseranlage, Batterie, Dichtungen und Innenraum. Mit einer festen Reihenfolge vermeiden Sie teure Schäden und starten im Frühjahr entspannter.

Wichtig: Beachten Sie immer die Betriebsanleitungen Ihres Fahrzeugs und der eingebauten Geräte. Arbeiten an Gas-, 230-Volt- oder sicherheitsrelevanten Anlagen gehören in fachkundige Hände.

1. Wasser vollständig aus dem Fahrzeug entfernen

Leeren Sie Frisch- und Abwassertank, Boiler, Leitungen, Filtergehäuse, Außendusche und Toilettenspülung. Öffnen Sie alle Ablassventile und bringen Sie Mischarmaturen in Mittelstellung, damit Warm- und Kaltwasserseite offen sind. Entfernen Sie einen vorhandenen Wasserfilter nach Herstellervorgabe. Die Pumpe nur so lange laufen lassen, wie es die Anleitung zulässt – Trockenlauf kann sie beschädigen.

Ein Rest Wasser an einer ungünstigen Stelle genügt, um Armatur, Rückschlagventil oder Leitung bei Frost zu sprengen. Druckluft darf nur mit dafür geeigneter Ausrüstung, niedrigem Druck und nach Herstellervorgabe eingesetzt werden. Frostschutzmittel für Kraftfahrzeugmotoren gehört niemals in die Trinkwasseranlage.

2. Wasseranlage reinigen und offen trocknen lassen

Vor der Winterpause lohnt eine systemgerechte Reinigung. Nach dem Spülen bleiben Tankdeckel, Revisionsöffnung, Wasserhähne und Abläufe – soweit sicher möglich – leicht geöffnet, damit Restfeuchte entweichen kann. Die Toilettenkassette wird geleert, gereinigt und mit geöffnetem Schieber beziehungsweise nach Herstelleranleitung gelagert.

3. Batterie und Bordstrom richtig behandeln

Laden Sie Starter- und Aufbaubatterie vollständig. Ob sie abgeklemmt, ausgebaut oder an ein Erhaltungsladegerät angeschlossen werden soll, hängt von Batterietyp, Ladegerät und Fahrzeug ab. Lithium-, AGM-, Gel- und Nassbatterien haben unterschiedliche Vorgaben. Kontrollieren Sie den Ladezustand regelmäßig und vermeiden Sie Tiefentladung durch versteckte Verbraucher.

4. Gas, Kühlschrank und Vorräte

Schließen Sie die Gasflaschen und beachten Sie die Vorgaben zur Lagerung. Der Kühlschrank wird geleert, gereinigt und mit leicht geöffneter Tür fixiert, damit sich kein Schimmel bildet. Entfernen Sie Lebensmittel, Getränkeflaschen, empfindliche Kosmetik und alles, was gefrieren, auslaufen oder Tiere anziehen kann.

5. Aufbau, Dichtungen und Außenhaut prüfen

Reinigen Sie Dach, Rinnen, Fenster, Klappen und Dichtflächen. Suchen Sie nach beschädigten Dichtnähten, Feuchtigkeit, Steinschlag und verstopften Abläufen. Gummidichtungen werden nur mit einem dafür geeigneten Pflegemittel behandelt. Markise und Dachhauben müssen sauber und vollständig trocken sein.

6. Innenraum belüften und Polster schützen

Reinigen Sie alle Oberflächen und lassen Sie den Innenraum vollständig trocknen. Stellen Sie Polster so auf, dass Luft zirkulieren kann, öffnen Sie Schranktüren und lassen Sie Kühlschrank sowie Nasszelle offen. Zwangsbelüftungen dürfen niemals verschlossen werden. Ein Feuchtigkeitsabsorber ersetzt keine Belüftung und muss regelmäßig kontrolliert werden.

7. Reifen, Standplatz und regelmäßige Kontrolle

Prüfen Sie Reifendruck, Tragfähigkeit und Standfläche. Längere Standzeiten können Standplatten begünstigen; passende Maßnahmen richten sich nach Fahrzeug- und Reifenhersteller. Decken Sie Lüftungen, Abgasöffnungen oder sicherheitsrelevante Öffnungen nicht ab. Kontrollieren Sie das Fahrzeug während der Winterpause regelmäßig auf Feuchtigkeit, Batteriespannung, Schädlingsspuren und Sturm- oder Schneeschäden.

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Wann ist ein Werkstatttermin sinnvoll?

Bei unklaren Ablasswegen, wiederkehrender Feuchtigkeit, auffälligen Dichtnähten, Batterieproblemen oder Arbeiten an Gas- und Elektroanlage sollten Sie einen Termin vereinbaren. Unsere Meisterwerkstatt kann den Zustand prüfen und notwendige Arbeiten vor der Frostperiode planen.

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